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made for bos FAQ (Häufige Fragen und Antworten)
Bereich: Start -> 2. Was erwartet mich beim THW?
| Antwort | | · 1. Die Verpflichtung Wenn man ins THW eintritt, ist das nicht so, wie wenn man einem Verein beitritt. Man geht eine Verpflichtung ein (gegenüber dem Bund), deswegen nennt sich der Vorgang des Eintretens auch "Verpflichtung".
Wenn man eintritt, um der Bundeswehr zu entgehen, muß man wenigstens sechs Jahre dabeibleiben. Natürlich kann man auch vorher wieder austreten, aber dann meldet sich das Wehrersatzamt (also die Bundeswehr) schnell wieder zurück.
Wenn man eintritt, um anderen zu helfen, ein gutes Hobby zu haben oder aus anderen Gründen, gibt es keine zeitliche Begrenzung. Man kann ein halbes Jahr bleiben oder auch 50 Jahre. Auch nach den sechs Pflichtjahren (als Alternative zur Bundeswehr) kann man freiwillig dabeibleiben.
Aber alle haben die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten, egal aus welchem Grund sie eingetreten sind.
Ausserdem muß man seinem Arbeitgeber sagen, daß man beim THW ist. Grund: Wenn ein Einsatz kommt, muß der einen gehen lassen, egal, wieviel gerade zu tun ist. Für den Arbeitgeber gibts ein Merkblatt.
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| | · 2. Die Musterung Auch beim THW gibt es so etwas wie eine Musterung. Hierbei handelt es sich um eine ärztliche Untersuchung, die sicherstellen soll, daß man nicht bei den ersten Arbeiten zusammenklappt. Die Augen werden überprüft, die Leistungsfähigkeit der Lungen, man wird auf Zucker und andere Krankheiten getestet. Man wird geröngt und einem Belastungs-EKG unterzogen.
Einen "Intelligenztest" wie bei der Bundeswehr-Musterung gibts beim THW nicht. Das heisst natürlich nicht, daß man beim THW ruhig ein bisschen blöd sein darf - eigentlich sogar ganz im Gegenteil. [ Zurück zum Anfang ]
| | · 3. Die Grundausbildung Im ersten halben Jahr kriegt man all das beigebracht, was ein THW-Helfer können muß - die Grundausbildung. Diese Zeit kann man auch als Probezeit ansehen: Wenn man keinen Spaß daran hat, kann man immer noch zur Bundeswehr. Die Grundausbildung endet mit einer Prüfung, die ungefähr im Umfang einer Führerschein-Prüfung ähnelt. Sie unterteilt sich in Theorie und Praxis.
Im theoretischen Teil kriegt man Fragen zu den grundlegenden Themen, wie z.B. Aufbau des THW, Rechte und Pflichten der Helfer, Sicherheitsvorschriften etc. Im praktischen Teil kriegt man Aufgaben aus all den Bereichen, die man in der Grundausbildung gelernt hat: Umgang mit Holz, Metall, Leitern, den Ausrüstungen des THW. Manche Aufgaben löst man allein, manche im Team.
Man kriegt während der Ausbildung Unterlagen in die Hand, mit denen man sich daheim auf die theoretische Prüfung vorbereiten kann.
Packt man die Prüfung oder einen Teil davon nicht, kann man die noch einmal wiederholen. Packt man es dann wieder nicht: ab zur Bundeswehr.
Aber zum Trost: Der Verfasser hat jahrelang Prüfungen abgenommen: In der Regel fallen von 30 Leuten etwa 2 bis 3 durch, also ca. 10%. Trotzdem: Nicht die Prüfung auf die leichte Schulter nehmen. Sind nämlich auch schon mal 70% durchgefallen, einmal sogar alle. [ Zurück zum Anfang ]
| | · 4. Die Fachausbildung Die Fachausbildung hängt davon ab, in welche Einheit (die nennt man beim THW "Zug") man kommt. Manche beschäftigen sich mit der Bergung von Verschütteten, also lernt man alles darüber. Manche beschäftigen sich mit der Instandsetzung von Leitungen aller Art, manche bauen Brücken, manche reinigen Wasser und stellen Trinkwasser her.
Die Fachausbildung selbst wird nicht mehr mit einer Prüfung abgeschlossen. Aber es kann sein, daß für die Fachausbildung Lehrgänge erforderlich sind, und die werden dann mit einer Prüfung abgeschlossen.
Die Fachausbildung nennt sich inzwischen anders: "Basisausbildung II". Ist aber nach wie vor das gleiche, egal, wie man sie nennt. [ Zurück zum Anfang ]
| | · 5. Zusätzliche Ausbildung Manche Helfer werden zu Kraftfahrern ausgebildet - hier besteht die zusätzliche Ausbildung im Erwerb des LKW-Führerscheins (C und C1). Manche werden Führungskräfte (Truppführer, ein Trupp = 5 Helfer, Gruppenführer = 2 Trupps plus Kraftfahrer und Fahrzeug, Zugführer = 3 Gruppen plus alle Fahrer plus alles Material) - hier besteht die zusätzliche Ausbildung im Erwerb der entsprechenden Kenntnisse in Menschenführung, Material-Instandhaltung und Einsatz-Grundlagen.
Es gibt noch einige andere zusätzliche Ausbildungen, die je nach örtlichen Gegebenheiten angeboten werden. Wer beispielsweise mitten in den Bergen oder auf dem platten Land wohnt, braucht in der Regel keinen Motorboot-Führerschein, der an grossen Flüssen oder am Meer tatsächlich gebraucht wird.
Man kann außerdem auch noch zusätzliche Aufgaben übernehmen. Beispielsweise als Sicherheitsbeuftragter, als Ausbilder für Funk, Atemschutz oder andere Dinge, als Schirrmeister (der alles Material unter sich hat), als Öffentlichkeitsbeauftragter, Jugendbetreuer und vieles andere mehr. [ Zurück zum Anfang ]
| | · 6. Die normale Arbeit Die normale Arbeit des THW besteht in der Einsatzvorbereitung. Hierbei muß man zunächst sicherstellen, daß die Helfer immer auf dem neuesten Stand sind und nichts vergessen, was sie einmal gelernt haben, also werden alle Teile der Grund- und Fachausbildung regelmässig wiederholt.
Ferner muss sichergestellt sein, dass alle Ausrüstungsgegenstände (Fahrzeuge, Stromerzeuger, Motorsägen, Presslufthämmer, Bohrmaschinen, Schlauchboote etc.) ständig einsatzbereit sind, also werden auch diese regelmässig überprüft. Und man arbeitet ständig damit. [ Zurück zum Anfang ]
| | · 7. Der Inlands-Einsatz Man weiß nie, was kommt. Der Einsatz kann eine Gasexplosion sein, wo ein Haus eingestürzt ist und die Verschütteten oder Toten geborgen werden müssen. Vielleicht müssen die Nachbarhäuser abgestützt werden, damit die nicht auch einstürzen. Der Einsatz kann ein Eisenbahnunglück wie das von Eschede (vor ein paar Jahren, mit 101 Toten) sein. Der Einsatz kann auch die Beseitigung von Sturmschäden sein (umgestürzte Büume wegziehen und kleinsägen etc.). Oder vielleicht ist es ein Hochwassereinsatz, mit all den Feinheiten, die nur ein Hochwasser mit sich bringt: Leute evakuieren und versorgen, ertrunkene Tiere beseitigen, Häuser leerpumpen, Sandsäcke füllen und auslegen, für sauberes Trinkwasser und Strom sorgen usw.
Das THW rettet Personen oder große Sachwerte aus Gefahren. Und Gefahren gibt es viele - ein Blick in die Zeitung genügt.
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| | · 8. Der Auslands-Einsatz Auch hier weiß man nie, was kommt. Aber bis das THW im Ausland in den Einsatz kommt, muss es schon ganz schlimm stehen. Wie bei dem Erdbeben in der Türkei oder dem Iran beispielsweise oder den Überschwemmungskatastrophen in Italien und der Schweiz. Oder der Flüchtlingskatastrophe in Afrika vor ein paar Jahren.
THW-Leute waren schon überall auf der Welt im Einsatz: Nord- und Südamerika, Afrika, Asien etc. Nur: Ein Urlaub war das nie. Kommt man in eine gefährdete Gegend, kann es sein, daß man vorher gegen verschiedene Krankheiten geimpft wird. [ Zurück zum Anfang ]
| | · 9. Die Gemeinschaft Natürlich gibt es beim THW Feiern - ausserhalb des Dienstes selbstverständlich. Hier hat man die Gelegenheit, auch die Freundin mal zum THW mitzunehmen, um ihr zu zeigen, wo man die ganze Zeit ist.
Und es gibt Dienste, die einfach nur Spass machen - die Ausbildung mit dem Schlauchboot beispielsweise, die man am besten auf einem nicht ganz so ruhigen Fluß durchführt, an dessen Ufern man grillen und zelten kann. Oder das "Ablassen" beispielsweise, wo einem beigebracht wird, wie man sich oder andere mit einem Seil von ziemlich hohen Häusern runterhilft. [ Zurück zum Anfang ]
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